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Oliver Pott

Till Kraemer am Mittwoch, 25. Juni 2008

Till KraemerSo, wo gehts hier zum Geld? Ich schmeiße Google an und tippe die Keywords “reich werden” ein. Mir fällt eine Anzeige auf, die förmlich darum bettelt, geclickt zu werden - die Überschrift: “Reich werden im Internet”.

Mutig draufgeclickt, gelange ich auf die Seite founder.de mit dem Titel “Geld verdienen im Internet”. Die Website gehört einem gewissen Oliver Pott, entschuldige, Dr. Oliver Pott. Oliver (33) kommt als sympathischer Jungunternehmer daher, der sich bereits einige Millionen durch Internetgeschäfte an Land gezogen hat.

Bei der Betrachtung seiner Seite blinken allerdings erstmal meine Alarmleuchten hell auf, denn der Schreibstil ist derart plakativ und reißerisch, dass ich sofort Angst um mein Geld bekomme. Beworben wird ein Report, der offensichtlich der Knaller sein muss - naja.

Trotzdem - ich suche ja Inspiration - lese ich mir alles durch und finde vor allem viele offensichtlich erfolgreiche Menschen, die Oliver Potts Report lobend erwähnen.

Mir stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, welches Produkt muss dermaßen aggressiv, in bester Shoppingsender-Manier, beworben werden? …aber ok, das machen ja andere etablierte Waschmittel-oder-wasauchimmer-Firmen nicht anders.

Ins Auge fällt ein “Kostenloser Report - Die 6 Erfolgsfaktoren, mit denen Sie im Internet Geld verdienen” (Wert: €19,95). Wer sich den Wert ausgedacht hat, ist ja erstmal egal, denn der Report kostet ja so oder so nichts, einzige Vorraussetzung: man muss sich für Oliver Potts Newsletter registrieren.

Vielleicht gibt es jetzt Leute, die über seinen Newsletter meckern, aber es ist möglicherweise mal ganz interessant zu sehen, wie er den verfasst.

Natürlich erwarte ich nicht reich zu werden durch Oliver Pott, aber im Sinne von Brainstorming, bei dem eine Idee zur nächsten führt, hoffe ich irgendwie weiterzukommen und wenn ich zur Not auch nur erfahre, wie ich es nicht machen möchte. Also richte ich mir eine E-Mail-Adresse ein und fordere den Report an.

Wenig später bekomme ich eine Bestätigungsmail, in der ich einen Link zur Verifizierung clicken muss und nachdem ich das artig gemacht habe, erhalte ich eine weitere Mail mit einer Adresse, wo ich Olivers Gratis-Report als PDF-Datei downloaden kann.

Ich lade mir also das Teil runter und lese alles brav durch. Der Report kommt in relativ schickem Design daher und ist übersichtlich gestaltet. Von den 31 Seiten kann man vermutlich 10 Seiten Lobeshymnen auf Oliver Pott von diversen Webmastern abziehen, aber dann bleiben immer noch einige Seiten mit interessanten Gedanken.

Oliver Pott rät in seinem Report unter anderem, Produkte mit hohen Margen zu bewerben. Das würde zumindest meine Amazon-Partnerprogramm-Idee in Frage stellen, denn dort ist die Gewinnspanne nicht wirklich hoch, andererseits gibt es dort aber Produkte, die wirklich viele Menschen interessieren. Hmm, schwierig.

Im Gratis-Report und auch in seinem Newsletter, der schon am nächsten Tag in meine Inbox geflattert kommt, verweist Oliver Pott gerne auf sein kostenpflichtiges Vollpaket, das ich mir allerdings nicht bestellt habe. Stattdessen habe ich mal ein wenig nach Oliver gegoogelt und siehe da, nicht alle Leute sind begeistert von seinem Vollpaket. Einige Stimmen werden laut, der Report würde nichts enthalten, was man nicht auch kostenlos im Internet in diversen Foren und Tutorials finden würde. Dagegen argumentieren wiederum andere, dass im Vollpaket diese Informationen sehr übersichtlich aufbereitet sind und einem ein langes Suchen in den Weiten des Webs ersparen.

So muss wohl jeder für sich entscheiden, ob Olivers Vollpaket Sinn macht. Es hält wohl besonders für Internet-Anfänger viele Neuigkeiten bereit. Da ich allerdings bereits seit 1997 online bin, werde ich das Paket wohl erstmal nicht bestellen - einen Blick in den Gratis-Report kann ich jedoch empfehlen, denn der hat mir einige Denkanstöße gegeben, die sich vielleicht auf meinem weiteren Weg als ganz nützlich erweisen werden.

Oliver Potts Gratis-Report kannst Du hier downloaden.

Wege zum Reichtum

Till Kraemer am Dienstag, 24. Juni 2008

Till KraemerIrgendwo habe ich mal den Satz gehört: “Hinter jedem großen Vermögen steckt ein großes Verbrechen”. Ich glaube, ich bin mit einem ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet, was die Sache nicht grade erleichtern wird. Für mich fällt zum Beispiel die Möglichkeit, mit dem Leid anderer Geld zu verdienen, flach, was Tiere einschließt. Ich könnte also z.B. nicht mit Tierprodukten Geld verdienen und als Waffenlieferant oder Crack-Dealer würde ich mich vermutlich auch etwas schwer tun.

Was gibts noch? Prostitution? Hmm, aber immer diese lästigen Schlachten mit der Mafia - och nö, lass mal.

Ich würde auch ganz gerne was von zuhause aus machen und mich möglichst körperlich nicht so sehr anstrengen. Es sollte auch noch genügend Zeit zum schlafen bleiben, denn ich schlafe recht gerne.

Geld verdienen im Internet scheint ideal, denn so kann man quasi von überall auf der Welt seinen Job machen, aber das ist ja nichts wirklich Neues.

Man sagt ja: “Sex sells” und so habe ich mich ein paar Jahre mit Erotikseiten beschäftigt. Seit YouPorn und seiner diversen Klone und auch MyDirtyHobby ist allerdings zumindest der Amateurmarkt glaube ich gesättigt und um aufwändige Produktionen zu starten, um im Hochglanzsektor mitzumischen, fehlt mir das nötige Kleingeld.

Ich habe allerdings ein paar Dinge im Adult-Webmastergeschäft gelernt, die mir noch nützlich sein könnten. Die Leute dort verdienen ihr Geld z.B. so, indem sie kleine Seiten zusammenschustern (Feederseiten), die größere, schickere Bezahlseiten bewerben. Die Feederseiten wirken oft lieblos hingerotzt und das ist beabsichtigt, denn der User soll sich dort nicht wohlfühlen, sondern nur kurz horny werden und dann auf einen der bunten Banner clicken, wo er sich dann, bevor er seine Ladung verschossen hat, schnell und komfortabel anmelden kann.

Wenn man so eine Feederseite bastelt, wird man wahrscheinlich feststellen, dass es schwierig ist, damit schnell viel Geld zu verdienen. Man strengt sich an und verdient vielleicht hundert Euro. Was ist dann die Lösung? Man baut einfach 1000 solcher Seiten und schon sieht die Sache etwas besser aus.

Ok, Seiten bzw. Produkte bewerben bringt Geld. Das ist im Erotikgenre genauso wie bei den Webseiten seriöser Zeitungen. Die Bewerbung folgt über sogenannte Partnerprogramme, bei denen man sich die Produkte aussucht, die zur jeweiligen Zielgruppe passen, denn es macht vermutlich wenig Sinn auf einer Seite für bibeltreue Christen ein Hardcore S/M-Angebot zu bewerben.

Viele Produkte sind allerdings in meinen Augen echt überflüssig und ich habe keinen Bock jemandem z.B. eine Versicherung anzudrehen, die er niemals brauchen wird. Ich bin sowieso nicht besonders materiell eingestellt, deswegen gibt es kaum etwas, was ich jemandem wirklich guten Gewissens empfehlen kann. Es müsste ein Produkt sein, was ich selber auch gut finde, denn zwischen mir und anderen einen Unterschied zu machen, ist glaube ich nicht wirklich fair (so nach dem Motto: “Ich würde niemals so viel Geld für diesen Scheiß ausgeben, aber willst Du das Dir nicht kaufen?”).

Wenn ich mich bei mir in der Wohnung so umschaue, sind die Produkte, an denen ich Freude habe, vor allem Filme und Bücher. Hmm, ich könnte ja eine Filmseite machen und zu Amazon verlinken, aber huch, es gibt ja schon IMDb. Ich glaube, wenn man etwas machen will, was es schon gibt, dann muss man es besser machen und mal kurz eine Seite zusammenzubasteln, die cooler ist, als IMDb, wird schwierig.