Wege zum Reichtum
Till Kraemer am Dienstag, 24. Juni 2008
Irgendwo habe ich mal den Satz gehört: “Hinter jedem großen Vermögen steckt ein großes Verbrechen”. Ich glaube, ich bin mit einem ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet, was die Sache nicht grade erleichtern wird. Für mich fällt zum Beispiel die Möglichkeit, mit dem Leid anderer Geld zu verdienen, flach, was Tiere einschließt. Ich könnte also z.B. nicht mit Tierprodukten Geld verdienen und als Waffenlieferant oder Crack-Dealer würde ich mich vermutlich auch etwas schwer tun.
Was gibts noch? Prostitution? Hmm, aber immer diese lästigen Schlachten mit der Mafia - och nö, lass mal.
Ich würde auch ganz gerne was von zuhause aus machen und mich möglichst körperlich nicht so sehr anstrengen. Es sollte auch noch genügend Zeit zum schlafen bleiben, denn ich schlafe recht gerne.
Geld verdienen im Internet scheint ideal, denn so kann man quasi von überall auf der Welt seinen Job machen, aber das ist ja nichts wirklich Neues.
Man sagt ja: “Sex sells” und so habe ich mich ein paar Jahre mit Erotikseiten beschäftigt. Seit YouPorn und seiner diversen Klone und auch MyDirtyHobby ist allerdings zumindest der Amateurmarkt glaube ich gesättigt und um aufwändige Produktionen zu starten, um im Hochglanzsektor mitzumischen, fehlt mir das nötige Kleingeld.
Ich habe allerdings ein paar Dinge im Adult-Webmastergeschäft gelernt, die mir noch nützlich sein könnten. Die Leute dort verdienen ihr Geld z.B. so, indem sie kleine Seiten zusammenschustern (Feederseiten), die größere, schickere Bezahlseiten bewerben. Die Feederseiten wirken oft lieblos hingerotzt und das ist beabsichtigt, denn der User soll sich dort nicht wohlfühlen, sondern nur kurz horny werden und dann auf einen der bunten Banner clicken, wo er sich dann, bevor er seine Ladung verschossen hat, schnell und komfortabel anmelden kann.
Wenn man so eine Feederseite bastelt, wird man wahrscheinlich feststellen, dass es schwierig ist, damit schnell viel Geld zu verdienen. Man strengt sich an und verdient vielleicht hundert Euro. Was ist dann die Lösung? Man baut einfach 1000 solcher Seiten und schon sieht die Sache etwas besser aus.
Ok, Seiten bzw. Produkte bewerben bringt Geld. Das ist im Erotikgenre genauso wie bei den Webseiten seriöser Zeitungen. Die Bewerbung folgt über sogenannte Partnerprogramme, bei denen man sich die Produkte aussucht, die zur jeweiligen Zielgruppe passen, denn es macht vermutlich wenig Sinn auf einer Seite für bibeltreue Christen ein Hardcore S/M-Angebot zu bewerben.
Viele Produkte sind allerdings in meinen Augen echt überflüssig und ich habe keinen Bock jemandem z.B. eine Versicherung anzudrehen, die er niemals brauchen wird. Ich bin sowieso nicht besonders materiell eingestellt, deswegen gibt es kaum etwas, was ich jemandem wirklich guten Gewissens empfehlen kann. Es müsste ein Produkt sein, was ich selber auch gut finde, denn zwischen mir und anderen einen Unterschied zu machen, ist glaube ich nicht wirklich fair (so nach dem Motto: “Ich würde niemals so viel Geld für diesen Scheiß ausgeben, aber willst Du das Dir nicht kaufen?”).
Wenn ich mich bei mir in der Wohnung so umschaue, sind die Produkte, an denen ich Freude habe, vor allem Filme und Bücher. Hmm, ich könnte ja eine Filmseite machen und zu Amazon verlinken, aber huch, es gibt ja schon IMDb. Ich glaube, wenn man etwas machen will, was es schon gibt, dann muss man es besser machen und mal kurz eine Seite zusammenzubasteln, die cooler ist, als IMDb, wird schwierig.